Parkstreifen weg / Zebrastreifen her

 

[BORK] Fahrräder haben Vorfahrt in Bork: zumindest auf 500 Metern Waltroper Straße. Dort dürfen Radfahrer die ganze Fahrbahn nutzen - theoretisch. Praktisch stehen ihnen parkende Autos im Weg. Noch.

 

Parkstreifen soll weg und ein Zebrastreifen her

Fahrradstraße, neue Vorfahrtsregelung im Zentrum, Tempo 20 auf der Hauptstraße: Die Verkehrssituation in Bork sei besser geworden. Davon ist Bürgermeister Mario Löhr überzeugt. Unter den mehr als 100 Besuchern der Bürgerversammlung in Bork am Mittwochabend sahen das nicht alle so.
Einig waren sich alle Seiten, dass es Verbesserungsbedarf gebe an mehreren Stellen. Bei der Fahrradstraße will die Stadt jetzt handeln. Der auf der Fahrbahn der Fahrradstraße (Waltroper Straße) markierte Parkstreifen vor der Schule  werde verschwinden, kündigte Mario Löhr an. Und das schon bald. Für Anja Knipping, die Leiterin der Äckernschule, und ihr Kollegium ist das eine Neuigkeit. Fünf, sechs Autos können innerhalb des markierten Streifens vor der Schule parken. Tatsächlich nutzten das auch die Lehrkräfte, sagt Knipping. Aber nicht nur sie. Der Hausmeister, der mehrere Standorte zu betreuen habe, stelle dort sein Fahrzeug regelmäßig ab, die Schulsozialarbeiterin  ebenfalls. Zum Be- und Entladen von Unterrichtsmaterialien und anderem werde es weiterhin Möglichkeit geben, versicherte Löhr während, der Bürgerversammlung. "Wir richten  für die Eltern Bringzonen ein und appellieren an sie, ihre Kinder nicht bis vor die Tür zu bringen, dann kann man auch von dem Kollegium erwarten, ein paar Meter zu laufen", sagte Löhr. Dem widerspricht Anja Knipping einen Tag später auch gar nicht.

Schulparkplätze

Der Parkplatz neben der Schule reiche zwar nicht aus für alle Lehrkräfte; "aber wir können auch an der Förderschule parken" - also gleich nebenan Außerdem habe die Kirchengemeinde ihr zwei Parkausweise zur Verfügung gestellt: die Möglichkeit, auf dem Parkplatz an der Weiherstraße gegenüber der Schule zu stehen, sagt Knipping. So klappe das. Allerdings: Dass der Parkstreifen aufgelöst werden soll, finde sie im Ergebnis dennoch schade – auch aus Gründen der Verkehrssicherheit. Parkende Fahrzeuge auf der Fahrbahn würden schließlich Tempo drosseln. Und das sei auch auf der Fahrradstraße durchaus sinnvoll. Sie selbst, sagt die Schulleiterin, nutze als Radfahrerin das neue Angebot, auf der rot gekennzeichneten Fläche selbstbewusst auch mitten auf der Fahrbahn zu fahren, wie es dort erlaubt sei – aber auch nur dort. Denn bislang gibt es keine zweite Fahrradstraße.

Für jeden jungen Grundschüler hält sie den Gehweg aber für den sicheren Platz. Denn viele Autofahrer seien nach wie vor nicht vertraut mit den Verkehrsregeln der Fahrradstraße und der Vorrangstellung für Radfahrer. Bei den Besuchern der Bürgerversammlung kam die Ankündigung, den Parkstreifen zu entfernen, gut an. Auch Wilhelm Gryzkan-Wiese, der Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Selm, sieht das so. "Das ist überfällig", sagt er. Er sieht genauso wie Teilnehmer der Bürgerversammlung noch mehr Handlungsbedarf: Die Stadt solle auch gleich den Parkstreifen an der Einmündung Gartenstraße entfernen und am besten auch den vor der Volksbank, sagte ein Borker am Mittwochabend. Denn da herrsche ohnehin ein besonderer Gefahrenpunkt. Kinder, die über den  Synagogenweg in Richtung Schule unterwegs seien, hätten große, Schwierigkeiten, die Straße nahe Knotenpunkts Hauptstraße/Waltroper  Straße sicher zu queren. Ein Zebrastreifen  sei bitter nötig, meinten gleich mehrere Bürgerinnen und Bürger. Diesen Wunsch kannte Baudezernent Stephan Schwager schon. tun uns an dieser Stelle aber sehr schwer, ihn auch zu erfüllen", sagte er mit Verweis auf entsprechende Vorgaben während der Versammlung.

Zusammen  mit seinen Kollegen suche er aber weiter nach, einer Lösung- möglicherweise an einer anderen Stelle. Eine gute Lösung ist  auch für die enge Hauptstraße durch den Ortskern noch nicht gefunden. Dort herrscht zwar inzwischen Tempo 20.

Poller verhindern Parken

An mehreren Stellen stehen Poller und verhindern das Parken außerhalb der gekennzeichneten Flächen. Das Verkehrsaufkommen an Pkw sei aber groß - und werde aufgrund des 2022 geplanten, Neubaus der Lippebrücke im Dahler Holz zwischen Vinnum uns Bork noch wachsen. Eine Einbahnstraßenregelung könnte die Situation entzerren, sagte Löhr. Das müsse aber noch diskutiert werden. Genauso wie die Grundsatzfrage, ob der Verkehr lieber aus den Ort gehalten werden soll oder – mit Blick auf die Geschäfte dort – mitten hindurch.
Beschlossene Sache ist dagegen die neue Ampel für den Einmündungsbereich Gutenbergstraße/Kreisstraße (B236), die in diesem Jahr aufgestellt werden wird. Eine Bedarfsampel, die alle drei Seiten registrieren kann, soll dafür Sorge, dass der Verkehr schneller abfließt.

(Von Sylvia vom Hofe | Ruhrnachrichten)

 

 

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